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Expert Innen Meeting Wien fuer Senior Innen 209

Smart altern oder digital abgehängt?

13. Mai 2026

Das 4. FSW Expert:innen-Meeting beleuchtete die digitale Entwicklung

Am 11. Mai 2026 folgten mehr als 80 Teilnehmer:innen aus über 40 Organisationen der Einladung der Senior:innenbeauftragten der Stadt Wien, Sabine Hofer-Gruber, zum 4. FSW Expert:innen-Meeting. Ziel der Veranstaltung im Wiener Wohnen Multizentrum war es, Perspektiven zu bündeln und Chancen sowie Herausforderungen der Digitalisierung für Senior:innen in Wien gemeinsam zu betrachten.

Zwischen Erleichterung und Ausgrenzung

Wie Sabine Hofer-Gruber in ihrer Eröffnungsrede betonte, betrifft das Thema Digitalisierung und Senior:innen eine wachsende Bevölkerungsgruppe, die mitten im Leben steht und sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt. Für manche bedeuten digitale Angebote mehr Komfort, Selbstständigkeit und Sicherheit im Alltag, für andere entstehen Hürden, Unsicherheiten oder das Gefühl, den Anschluss zu verlieren.

Digitale Anwendungen erleichtern soziale Kontakte, ermöglichen einen schnelleren Zugang zu Informationen und öffentlichen Leistungen und können auch im Gesundheitsbereich neue Sicherheit schaffen. Diese Potenziale entstehen jedoch nicht automatisch. Sie müssen bewusst gestaltet und für alle zugänglich gemacht werden.

Teilhabe braucht aktive Gestaltung

Ein zentrales Thema des Treffens war die soziale Teilhabe. Digitalisierung entscheidet heute zunehmend darüber, ob Menschen verbunden bleiben oder ausgeschlossen werden. Das betrifft den Kontakt zu Familie ebenso wie Behördengänge, Informationszugang oder Gesundheitsleistungen.

Digitale Teilhabe entsteht nicht von selbst. Sie braucht Angebote, die verständlich, zugänglich und alltagstauglich sind. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Beteiligungsplattform mit der laufenden Umfrage „Fit für die digitale Zukunft“, die Wiener Senior:innen aktiv einbindet und ihre Perspektiven sichtbar macht.

Ebenso entscheidend sind niederschwellige Schulungsangebote. Diese müssen praxisnah, verständlich und ohne Leistungsdruck gestaltet sein. Ziel ist nicht vollständige Digitalisierung, sondern ein sicherer und selbstbestimmter Umgang mit digitalen Möglichkeiten.

Analog und digital dürfen kein Widerspruch sein

Im Austausch wurde auch deutlich, dass die Gleichwertigkeit von analogen und digitalen Angeboten in der Praxis oft noch nicht gegeben ist. Digitale Lösungen sind häufig günstiger, schneller oder einfacher zugänglich. Das beeinflusst Entscheidungen unmittelbar und kann soziale Teilhabe ungewollt einschränken. Konkrete Unterschiede zeigen, wie wichtig faire Rahmenbedingungen sind, damit Digitalisierung nicht zur neuen sozialen Barriere wird.

Gemeinsam in die digitale Zukunft

Ein weiterer Impuls war das generationenübergreifende Lernen. Jüngere Menschen bringen digitale Selbstverständlichkeit mit, ältere Menschen Erfahrung, Ruhe und Orientierung. Werden diese Perspektiven zusammengeführt, entsteht echter Mehrwert für alle Beteiligten.

Die Verantwortung liegt bei allen Akteuren, die digitale Angebote konzipieren, gestalten und bereitstellen – insbesondere bei öffentlichen Institutionen, Unternehmen und Technologieanbietern. Digitalisierung im Alter ist nicht nur eine Frage technischer Umsetzung oder administrativer Prozesse. Sie prägt maßgeblich die Nutzerfreundlichkeit und Alltagstauglichkeit digitaler Produkte, Plattformen und Dienstleistungen.

Das 4. FSW Expert:innen-Meeting machte deutlich: Digitalisierung im Alter ist vor allem ein gesellschaftliches Thema. Es geht um Teilhabe, Selbstbestimmung und Verantwortung. Die zentrale Frage bleibt daher: Wie gestalten wir Digitalisierung so, dass sie verbindet statt trennt, stärkt statt ausschließt und unterstützt statt überfordert?

Ausblick auf das 20. FSW Expert:innen-Forum im Herbst

Die Impulse und Erkenntnisse aus dem 4. FSW Expert:innen-Meeting fließen nun in das FSW-Expert:innen-Forum am 3. November 2026 ein, das bereits zum 20. Mal zentrale Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Wien aufgreift. Im Fokus steht dabei weiterhin, wie Digitalisierung im Alter so gestaltet werden kann, dass sie Teilhabe stärkt, Selbstbestimmung ermöglicht und eine altersfreundliche Stadt für alle unterstützt.

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