Plattformtreffen Demenzfreundliches Wien im Zeichen kultureller Teilhabe
01. Juni 2026
Erstes Vernetzungstreffen 2026 in Mariahilf
Das Plattformtreffen Demenzfreundliches Wien fand am 19. Mai 2026 im Festsaal der Bezirksvorstehung Mariahilf statt. Zum Auftakt betonte die Senior:innenbeauftragte der Stadt Wien, Sabine Hofer-Gruber, die Bedeutung kultureller Teilhabe für gesellschaftliche Einbindung und Lebensqualität. Damit setzte sie den Rahmen für das erste Vernetzungstreffen im Jahr 2026, das kulturelle Teilhabe in den Mittelpunkt stellte. Kultur und kulturelle Erfahrungen können wesentlich zu Wohlbefinden, gesellschaftlicher Einbindung und Lebensqualität beitragen. Umso wichtiger ist es, kulturelle Angebote auch für Menschen mit Demenz zugänglich und erlebbar zu gestalten.
Über 50 Teilnehmer:innen aus unterschiedlichsten Organisationen und Institutionen in Wien kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Impulse mitzunehmen. Besonders erfreulich war die Teilnahme zahlreicher Museen, die ihre Perspektiven einbrachten. Auch Bezirksvorsteherin Julia Lessacher begrüßte die Teilnehmenden herzlich und unterstrich die Bedeutung von Austausch und Vernetzung für eine demenzfreundliche Stadt.
Kulturelle Teilhabe als Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden
Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf der Frage, wie kulturelle Angebote gesundheitsförderlich und demenzsensibel gestaltet werden können. Den Beginn machte ein Beitrag zum Projekt „Gesundes Museum“ der Universität für Weiterbildung Krems. Vorgestellt wurden sowohl das Projekt als auch die Idee des Museums als gesundheitsförderliches Setting. Dabei wurde beleuchtet, welchen Beitrag Kunst und kulturelle Erfahrungen für Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Einbindung leisten können.
Anschließend gab das Kunsthistorische Museum Einblicke in die Kunstvermittlung für Menschen mit Demenz. Vorgestellt wurden methodische Zugänge, die kulturelle Erfahrungen erleichtern und individuelle Zugänge ermöglichen. Dazu zählen unter anderem das Mehr-Sinne-Prinzip, die Verbindung von Bewegung und Musik, Validation sowie biografisches Arbeiten. Die Ansätze zeigten, wie vielfältig Vermittlung gestaltet werden kann und wie wichtig es ist, auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen.
Praxisbeispiele aus der Kulturvermittlung
Das Wien Museum zeigte anhand konkreter Beispiele aus der Praxis, wie kulturelle Angebote auch außerhalb klassischer Museumsbesuche gestaltet werden können. Vorgestellt wurden unter anderem die Formate „Wien Museum aus der Ferne“, „Wien Museum entschleunigt“ sowie Gesprächskreise als Möglichkeit für Austausch und gemeinsames Erleben. Darüber hinaus wurde die Timeslips-Methode, eine kreative Erzählmethode, vor Ort gleich ausprobiert. Ergänzend wurden Kooperationen mit dem Café Zeitreise und dem Projekt Freizeitbuddies der Caritas vorgestellt, die zusätzliche Möglichkeiten für Begegnung und Beteiligung schaffen.
Voneinander lernen und Erfahrungen teilen
Im anschließenden Vernetzungsteil stand das gegenseitige Lernen im Mittelpunkt. Gemeinsam wurden Erfahrungen, Herausforderungen und Ideen rund um die Umsetzung demenzfreundlicher beziehungsweise demenzsensibler Angebote diskutiert. Im Fokus standen Fragen zu Rahmenbedingungen, praktischer Umsetzung und dazu, wie Angebote möglichst niederschwellig gestaltet werden können.
Blitzlichter und Ausblick
Zum Abschluss wurden zentrale Eindrücke und Gedanken gesammelt. Thematisiert wurden unter anderem der Abbau von Berührungsängsten, die Bedeutung von Flexibilität und Freiräumen in der Gestaltung von Angeboten sowie der Bedarf an Ressourcen in Form von Zeit, Raum und Personal. Auch die Frage, wie Menschen besser erreicht und zur Teilnahme eingeladen werden können, wurde aufgegriffen. Die Rückmeldungen machten deutlich, dass es für langfristig zugängliche und inklusive Angebote gemeinsames Lernen, Offenheit und Zusammenarbeit braucht.
Bereits jetzt vormerken: Das nächste Plattformtreffen Demenzfreundliches Wien findet am 26. November 2026 von 14 bis 17 Uhr statt.
Gemeinsam mit ihrem Team „Wien für Senior:innen“ entwickelt die Senior:innenbeauftragte Sabine Hofer-Gruber die Plattform Demenzfreundliches Wien laufend weiter und stärkt deren Vernetzung. Mehr zur Plattform Demenzfreundliches Wien finden Sie unter www.demenzfreundliches.wien.